Szenenwechsel 2019/3

Die Reformation ist ohne die Musik nicht denkbar. Im Kampf um den richtigen Glauben wurden gerade auch von Luther Choräle eingesetzt, der Gemeindegesang entstand. Eine singende Gemeinde, Lieder zum Kirchenjahr oder als Katechismus zu Grundsätzen des Glaubens, das war neu. Auch bei der Hausandacht wurden die bekannten Gemeindelieder gesungen und auswendig gelernt.

In unserer St. Katharinenkirche ist das „Lob der Musik“ immer präsent: in den Orgelmusiken, den BachVespern, den Konzerten, in den Fenstern von Charles Crodel und auch in den Emporenbildern. Im Szenenwechsel „Lob der Musik“ wollen wir diese Bilder in den Blickpunkt rücken.

Zweimal wird David Harfe spielend dargestellt: In der Bibel wird er als Sänger, Harfenspieler und Autor vieler Psalmen genannt. Mit seiner Harfe vertrieb er die bösen Geister Sauls, später begleitete er sich damit (möglicherweise) beim Psalmensingen für Gott.
König David spielte wohl Harfe – aber sicher keine Orgel! Dennoch wird hier eine aufgeklappte Hausorgel mitten im königlichen Palast präsentiert. Daniel Thielen hat die Orgel als Emblem aus Johann Arndts wahrem Christentum übernommen. Dort steht als Unterschrift „dem Meister zu Ehren.“ Musik wurde zu Gottes Lob gespielt.

Im 17. Jahrhundert wurde neben anderen Tasteninstrumenten die Hausorgel als beliebtes Instrument in bürgerlichen Häusern aufgestellt und zu häuslichen Andachten verwendet. Es entstanden zunehmend Kompositionen für diese private häusliche Musik. Als Frucht der Reformation entstand diese frühe Form der „Hausmusik“ mit Gesang, Cembalo, Flöten oder auch Orgel.
Dadurch, dass die Orgel geöffnet abgebildet wird, lässt sei einen Blick auf die Mechanik und den Windkanal zu. In der Zeit der beginnenden Aufklärung ein Hinweis, dass Frömmigkeit und technische Entwicklungen sich nicht widersprechen. Auch mit Mechanik kann Gott gelobt werden.
Religiöse Musik: für den häuslichen Gebrauch komponiert, im Haus musiziert und zur Vernissage der nächsten Ausstellung unserer Emporenbilder von Jana Baumeister (Sopran) und Martin Lücker (Orgel) dargeboten. Schemelli-Lieder von Bach, biblische Historien von Johann Kuhnau und die Tabakspfeife von Bach nehmen uns mit in die pietistische Hausfrömmigkeit im 17./18. Jahrhundert und damit in die Zeit der Entstehung unserer alten Katharinenkirche. Gott loben, mit singen und spielen, aber nicht nur in der Kirche, sondern auch in der privaten Frömmigkeit.

Szenenwechsel 2019/3 ab 10.9. 2019 in der Katharinenkirche und am 10.9. um 18.00 Uhr Vernissage mit Jana Baumeister (Sopran) und Martin Lücker (Orgel)

Jahreslosung 2019: "Suche Frieden und jage ihm nach!" Psalm 34,15